Kulturpass
Neuenhaus

HOME

PROGRAMM

KARTEN

ÜBERNACHTUNG

ANFAHRT

PRESSE



Presseartikel
Der Wiedergabe der Pressekritiken und Fotos erfolgt mit den freundlichen Genehmigungen der Grafschafter Nachrichten und von Gerold Meppelink sowie Klaus Mosch - Wicke.

GN vom 13.11.2017

Irish Folk Festival in Neuenhaus begeistert 250 Zuschauer

Mehr als 250 Menschen haben am Freitagabend das Irish Folk Festival in Neuenhaus besucht. Viele junge Musiker verwandelten die Bühne des Schulforums im Handumdrehen in eine typische, irische Kneipe – mit viel Musik, Gesang und Tanz.

Von Marcus Pfeifer
Fotos: Gerold Meppelink

Neuenhaus. Auf viel Zuspruch ist das Irish Folk Festival gestoßen, das am Freitagabend in Neuenhaus gefeiert wurde. Unter dem Motto „The Great Escape Tour“ gab man bei vier Gigs irischen Jungtalenten die Gelegenheit, sich einem internationalen Publikum zu stellen – und zwar der Soloartistin Emma Langford, der Folkband „Socks in the Frying Pan“, dem Stepdance-Ensemble „The Fusion Fighters“ und mit „Cúig“ der jüngsten Band des Abends. Das Publikum bekam einen gelungen abgerundeten Einblick in die aktuelle irische Folkszene. Mit deutlich mehr als 250 Besuchern – darunter viele Kurzentschlossene – war das Forum des Lise-Meitner-Gymnasiums prall gefüllt.
Keinesfalls mit irischem, sondern überraschenderweise mit österreichischem Akzent führte Musikagent und Moderator Petr Pandula durch das Programm. Einst hatte es den gebürtigen Prager nach Irland verschlagen, wo er mehr als ein Jahrzehnt erfolgreich ein Musikcafé führte. Mittlerweile blickt er auf eine 44-jährige Tradition des von ihm und seinem Team organisierten Irish Folk Festivals zurück, womit es ohne Zweifel zu einer der ältesten Tourneeveranstaltungen seiner Art gehört.

Mit Emma Langford präsentierte man zu Beginn einen Newcomer der irischen Folkszene, deren Stern gerade aufgeht. Mit brillanter, glasklarer Stimme intonierte sie ihre Songs, meist mit modernen Texten zum Thema Liebes- und Lebensleid, stets mit jenem melancholischen, inbrünstigen, sonderbar geheimnisvoll und mythisch klingenden Tonfall – effektvoll verstärkt durch den warmen Klang ihrer Konzertgitarre, wie er so typisch für irische Folkmusik ist. Traditionelle Tanzmusik, wie man sie live in so vielen irischen Kneipen erleben kann, stimmten die „Socks in The Frying Pan“. Ausgelassen wurden hier mit Akkordeon, Gitarre und der „Fiddle“, dem in Irland gebräuchlichen Begriff für die Geige, insbesondere Instrumentalstücke angestimmt. Sie steigerten sich immer wieder zu einem ausgelassenen Finale, nachdem sie oft recht kleinlaut mit nur einem Instrument und wenigen pointiert gespielten Noten ansetzten.

Atemberaubende moderne Stepp-Akrobatik präsentierte das Ensemble der „Fusion Fighters“ unter der Leitung von Chris Naish, einem der weltbesten Meister seines Fachs. Überraschenderweise setzte die Formation an mit einer Performance zu den weltbekannten Anfangsklängen von Beethovens 5. Symphonie und aus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, griff dann aber doch schnell auf traditionelle irische Klänge zurück, um die besonders in Irland ausgeprägte Kunst des Stepptanzes vorzuführen. Ergänzt wurde dieser Teil durch effektvoll inszenierte Geigen- und Gesangseinlagen.

Den partymäßigen Abschluss zu gestalten, war der Nachwuchs-Boygroup „Cúig“ vorbehalten. Das Quintett stellte zwar die jüngsten Künstler des Abends – zum Teil waren es noch Teenager – nach Darstellung des Moderators können sie jedoch zum Teil schon auf eine fast zehnjährige Bühnenerfahrung zurückblicken. Entsprechend professionell, abwechslungsreich und schwungvoll ging es dann auch auf der Bühne zu, und man konnte sogar eine wenige zahlende Besucher dazu animieren, trotz prall gefüllten Saales unmittelbar vor der Bühne das Tanzbein zu schwingen. Die vom Publikum ertrotzten Zugaben spiegelten dann sowohl den ausgelassenen als auch den besinnlichen Charakter so vieler Lieder des Abends wider.